Dieser Artikel schafft die bestmögliche Ausgangslage, um eine Oracle-Datenbank erfolgreich zu betreiben. Auch wenn die Installation auf den ersten Blick unkompliziert erscheint, hat sie entscheidenden Einfluss auf die Sicherheit, Wartbarkeit und den reibungslosen Betrieb.
Die Wahl der Distribution
Oracle Unterstützt folgende Distributionen:
- RHEL
- OL
- SLES
- … und einige asiatische Distributionen.
Dieser Artikel bezieht sich auf die Installation von OL (Oracle Linux) und RHEL (RedHead Enterprise Linux)
Es gibt viele unterschiedliche Linux-Distributionen. Für den Betrieb einer Oracle Datenbank wird Oracle Linux empfohlen, da Oracle die Software direkt auf Oracle Linux entwickelt. So stellen Sie sicher, dass Sie im späteren Betrieb in keine unvorhergesehenen Probleme laufen.
Sprache und Tastaturlayout
Sprache: Auch wenn Deutsch verlockend klingt, wird dringend empfohlen, Englisch zu wählen. Die deutsche Übersetzung ist oft mangelhaft und führt zu kuriosen Fehlermeldungen.
Tastatur: Bei der Tastatur schaut die ganze Sache etwas anders aus. Wählen Sie die Tastatur, mit drm Sie am vertrautesten sind (in meinem Fall German (Austria, no dead keys)). Mit diesem Punkt erleichtern Sie Ihr Arbeitsleben sehr.
Zeit und Datum
Bei der Oracle-Datenbank ist eine synchrone Systemzeit essenziell. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass alle Server die gleiche Uhrzeit haben, dabei ist die genaue Uhrzeit weniger wichtig, als dass sie synchron sind.
Installation Source
Die Installation Source definiert, von wo das Betriebssystem seine Pakete lädt. Meistens nutzt man hierfür das lokale ISO-Image.
Die goldene Regel: Software Selection
Der vielleicht wichtigste Punkt ist die Software Selection. Hier müssen Sie unbedingt Minimal Install auswählen.
Die goldene Regel lautet: Je weniger Software auf dem System installiert ist, desto kleiner ist die Angriffsfläche für Sicherheitslücken. Vermeiden Sie unnötige Features und grafische Oberflächen auf einem Datenbankserver. Und installieren Sie im weiteren Verlauf nur das Nötigste.

Partitionierung und Speicherplatz
Beim Partitionieren ist ausreichend Platz das A und O. Es wird empfohlen, das Betriebssystem und die Datenbank voneinander zu trennen (auch wenn Sie NFS benutzen).
Swap und Boot-Partitionen
Wozu dient der Swap? Der Swap-Bereich ist der virtuelle Arbeitsspeicher auf der Festplatte. Wenn der physische RAM voll ist, lagert Linux Daten dort aus. Oracle empfiehlt je nach RAM-Größe, mindestens das Doppelte des RAMs zu vergeben (Meine Empfehlung: ausreichen sind 10-15 GB).
Boot-Partitionen (/boot und /boot/efi): Seien Sie hier nicht geizig! Geben Sie diesen Partitionen ruhig 2 GB. Wieso, fragen Sie sich? Bei zukünftigen Kernel- und Betriebssystem-Updates werden Daten aufgehoben. Ist die /boot zu klein, schlägt das Update wegen Platzmangels fehl.

Netzwerk und Hostname
Zusätzlich können Sie in diesem Schritt bereits das Netzwerk und den Hostnamen konfigurieren, dies lässt sich aber auch später leicht über die Konsole erledigen.
Maximale Sicherheit beim SSH-Zugriff
Wenn Sie maximale Sicherheit anstreben, erlauben Sie dem root-User niemals den direkten SSH-Login. Erstellen Sie stattdessen einen temporären Benutzer, über den Sie sich via SSH verbinden, um danach auf root zu wechseln.
Vorbereitung für Oracle Datenbanken
Nach der Installation gibt es noch ein paar Packages, die man braucht bevor man eine Oracle Datenbank installieren kann.
Falls man NFS verwendet braucht man die nfs-utils
dnf install -y nfs-utils
Und für die Oracle Datenbank wird noch ein preinstall benötigt z.B. `oracle-database-preinstall-19c`
dnf install -y oracle-database-preinstall-19c.x86_64
Zu einer Installation gehört immer ein dnf update um die neuste Oracle Linux Version zu haben
dnf -y update
Als letzten Punkt muss dem Oracle User ein Passwort vergeben und der temporäre User entfernt werden. Wenn dies erledigt ist sollte man vor der Oracle Software Installation noch einen Reboot-Test durchführen
#Oracle User Passwort vergeben
passwd oracle
#Temporären Benutzer löschen
userdel -r <BENUTZERNAME>
#Reboot test
init 6
Jetzt können man mit der Installation der Oracle Datenbank Software starten – aber das ist ein anderer Blog…